PD-Admin – Früher perfekt, heute eher „solala“

 

Im heutigen Serverbericht möchte ich etwas mehr auf das Hosting-Panel PD-Admin von B&K eingehen. Damals war es eines der besten Panels, die es auf dem Markt gab, doch heute ist es eher als „Solala“ einzustufen. Warum dies so ist, möchte ich in diesem Eintrag näher erläutern.

 

Kundenseitige Anwendung

Kunden wünschen sich nicht nur eine geordnete Oberfläche, wo sie alles finden, sondern auch ein ansprechendes Design mit etwas Eleganz. Aber werden wir mal etwas konkreter, zunächst die herstellerseitige Online-Demo: pdadmin.de/demo

pdadmin

Positiv:
Der Kunde wünscht sich: „Ich erkenne auf den ersten Blick, wohin ich muss und benötige max. 3 Klicks“. Hier punktet PD-Admin deutlich, denn die Oberfläche wirkt außerordentlich aufgeräumt und ist ebenso sinnvoll strukturiert. Auch die Anwendung ist spielend einfach, jeder Kunde sollte damit zurechtkommen.

Negativ:
Die Kunden wünschen sich gleichzeitig eine Oberfläche des Panels, die den aktuellen Webstandards entspricht. Dies bedeutet einen Seitenaufbau mit AJAX, außerdem sollte die Seite zudem mobilfähig (d.h. für die Anwendung mit Handys und Tablets geeignet) sein. Leider arbeitet pdadmin nach wie vor mit Frames und das Panel ist komplett tabellarisch aufgebaut, dies entspricht einem inzwischen gänzlich veralteten Webstandard und ist heute keineswegs vertretbar. Die Oberfläche in v4.0 erschien Anfang November 2007 (Beleg), demzufolge wurde seit nunmehr 8 1/4tel Jahren nicht mehr daran gearbeitet. Das ist überhaupt nicht vertretbar!

 

Technischer Aspekt

Von der technischen Seite muss zunächst einmal B&K gelobt werden: Wenn PD-Admin einmal installiert ist, läuft die gesamte Serverumgebung im Regelfall sehr stabil und meist auch problemlos.  Regulär gibt B&K im monatlichen Turnus ein Update heraus, womit die Komponenten der Serverumgebung geupdated werden, d.h. es ist kein manuelles Update einzelner Komponenten notwendig, dies erledigt alles das Update-Script von PD-Admin. Auch ist das Update derart simpel, dass es jeder Laie hinbekommen sollte, da der Befehl (neben dem regulären ChangeLog) von B&K in der zugehörigen eMail-Benachrichtigung genannt wird. Der Laie wird es dann an seine Grenzen stoßen, wenn Probleme auftreten, was aber äußerst selten vorkommt.

Nachteilig ist, dass einzig und allein auf Apache gesetzt wird, nginx – und in Sachen Business wollen wir von nginx plus erst gar nicht anfangen zu sprechen, – wird abgelehnt (Beleg, nach wie vor aktuell, denn nginx ist nach wie vor nicht enthalten). Dies ist bedauerlich, denn nginx erfreut sich von Jahr zu Jahr zunehmender Beliebtheit, während bei Apache das Gegenteil der Fall ist, vgl. Ergebnis für 10/2017 auf netcraft.com:

 

Web server developers: Market share of the top million busiest sites 10/2017

 

Zugegeben, Apache 2.4 MPM, mit dem „mpm_event_module“, gibt der httpd-Konfiguration einen ziemlichen Schub, so dass Apache an Geschwindigkeit gewonnen hat und mit nginx gleichzieht. Ohne dieses Zusatzmodul ist Apache – einem Test mit 512 gleichzeitigen Requests zufolge – bei dynamischen WebSites knapp nur halb so schnell mit 31% mehr RAM-Verbrauch. Der RAM-Verbrauch kommt zustande, weil Apache für jeden Web-Request einen neuen Prozess startet und so summiert es sich auf, d.h. hier kann weiterhin davon ausgegangen werden: Je mehr gleichzeitige Requests der Webserver bearbeiten muss, desto langsamer wird Apache, während nginx seine Geschwindigkeit behält (Test von speedemy.com).
Einen weiterer Test mit 10.000 gleichzeitigen Requests bestand nginx, wobei Apache mittels eigenem Benchmark-Tool bei 4.200 Requests aufgab. Gleichzeitig schaffte der nginx-WebServer 10fach so viele Aufrufe eines JPG-Bildes ggü. dem Apache abzuarbeiten (Test mittels Intel Xeon E3-1245 Quad-Core mit 32 GB ECC RAM von kushellig.de).

Für ein Hosting-Panel wie PD-Admin, was darauf ausgelegt ist, je nach Lizenz von 50-250 Kunden pro Server zu halten, ist demnach nginx vorteilhafter, um aufgrund der höheren Auslastung nicht die Seitenladezeiten der Kunden zu reduzieren bis hin zu einem Crash des Apache-Prozesses zu sorgen, wodurch die Internetpräsenz(en) der Kunden unerreichbar werden.
Insbesondere bei stärker besuchten Internetauftritten, bspw. von Firmenkunden mit einem Shop, ist nginx deutlich die bessere und stabilere Wahl, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein, damit einem Absturz des WebServers bestmöglich vorgebeugt wird, da der nginx eben viel mehr aushält und damit der stabilere WebServer ist.

 

Abschließend

Durch die Tatsache, dass auch die OMSI-Webdisk auf diesem Server liegt, war dies für uns einer der Gründe, weshalb wir uns von PD-Admin trennen mussten. Die OWD wickelt die Downloads über PHP ab und Apache wurde so auf Dauer, insbesondere bei größerem Benutzeraufkommen, einfach zu instabil.

 

Nachtrag:
Inzwischen hat pd-admin etwas nachgelegt und eine mobile Unterstützung der Administrationsoberfläche eingebunden. Leider hat sich im nginx-Bereich immer noch nichts getan, es wird weiter Apache gesetzt. Da Apache aber bei hohem Useraufkommen RAM-Lastig wird und hier enorme Probleme hat, ist es weiterhin kein Optimum für die auf dem Server befindlichen Websites.

Magst du es kommentieren?